Kurz gefasst

  • Prüfen Sie vor dem Kauf Quelle, Datenstand und die Abdeckung jedes Kontaktfelds, nicht nur die Gesamtzahl.
  • In Österreich entscheidet der Verwendungszweck mit: Werbe-E-Mails und Werbeanrufe brauchen auch gegenüber Unternehmen eine vorherige Einwilligung.
  • Vergleichen Sie Preise je nutzbarem Datensatz und klären Sie, ob Sie kaufen oder mieten.

Neun Prüfpunkte vor der Bestellung

1. Woher stammen die Daten?

Österreich hat kein Register, aus dem sich Kontaktdaten herunterladen lassen. Firmenbuch, Gewerberegister und Vereinsregister sind für Einzelabfragen gedacht, das Firmenbuch ist zudem als Datenbank geschützt. Eine Firmendatenbank entsteht deshalb aus offenen Kartendaten, öffentlichen Branchenverzeichnissen, Kammerlisten und den Impressum-Angaben der Unternehmen. Ein seriöser Anbieter nennt diese Quellen. Hintergrund: Firmenbuch, GISA und Vereinsregister.

2. Welcher Datenstand gilt?

Fragen Sie nach einem Datum und danach, wie geschlossene, ruhende oder gelöschte Unternehmen behandelt werden. Statistik Austria zählte 2024 rund 39 600 Neugründungen und 33 300 Schließungen (vorläufig); ein Bestand verändert sich also jedes Jahr spürbar. Ein konkretes Datum ist aussagekräftiger als „laufend aktualisiert“.

3. Wie viele Datensätze haben das Feld, das Sie brauchen?

Eine Gesamtzahl sagt wenig. Für eine Postaussendung zählt die vollständige Anschrift, für den CRM-Abgleich eher Website und Firmenbuchnummer. Verlangen Sie die Abdeckung je Feld für genau Ihre Auswahl.

4. Wie ist die Branche abgegrenzt?

Branchen werden meist nach ÖNACE abgegrenzt, manchmal nach Gewerbe oder nach Stichwörtern. Fragen Sie, welche Codes enthalten sind und welche nicht. Mehr dazu: ÖNACE 2008: Branchencodes für Zielgruppenlisten.

5. Wie ist die Region zugeordnet?

Österreich wird meist nach Bundesland oder politischem Bezirk ausgewählt. Die erste Ziffer der Postleitzahl ist dafür kein verlässlicher Hinweis, weil Postleitzahlbereiche Landesgrenzen überschreiten. Eine saubere Datei ordnet das Bundesland über ein Postleitzahlenverzeichnis zu.

6. Welche Datensätze betreffen natürliche Personen?

Ein großer Teil der österreichischen Unternehmen sind Einzelunternehmen. Ihre Daten sind personenbezogen. Wer sie nutzt, braucht eine Rechtsgrundlage nach der DSGVO und hat die Informationspflicht nach Art. 14 und das Widerspruchsrecht nach Art. 21 zu beachten. Eine Spalte für die Rechtsform hilft, diese Datensätze zu erkennen.

7. Wofür wollen Sie die Daten nutzen?

Das ist in Österreich die wichtigste Frage. Nach § 174 TKG 2021 sind Werbe-E-Mails, SMS, Werbeanrufe und Faxe ohne vorherige Einwilligung unzulässig, auch gegenüber Unternehmen. Gut geeignet sind gekaufte Firmendaten für adressierte Postaussendungen, für die Pflege und Anreicherung Ihres CRM, für Marktanalysen und für die Planung von Vertriebsgebieten. Einzelheiten: B2B-Werbung und § 174 TKG 2021.

8. Passt das Dateiformat?

Laden Sie eine Musterdatei herunter, bevor Sie bestellen. Prüfen Sie Zeichenkodierung (Umlaute, ß), Trennzeichen und ob Postleitzahlen und Telefonnummern als Text gespeichert sind. Die Musterdatei von kontaktdatenbank.at enthält 30 frei erfundene Unternehmen: Export und Musterdatei.

9. Was kostet ein nutzbarer Datensatz?

Teilen Sie den Preis durch die Zahl der Datensätze, die Sie für Ihren Zweck tatsächlich verwenden können. Klären Sie, ob der Preis einmalig oder als Abonnement gilt, ob Steuern hinzukommen und ob Sie die Daten kaufen oder nur für eine Aussendung mieten.

Ein Rechenbeispiel

Angebot A kostet 300 Euro für 2 000 Datensätze, davon haben 1 600 eine vollständige Postanschrift. Angebot B kostet 400 Euro für 2 500 Datensätze, davon 2 400 mit vollständiger Anschrift. Für eine Postaussendung kostet ein nutzbarer Datensatz bei A rund 19 Cent, bei B rund 17 Cent. Das teurere Angebot ist für diesen Zweck das günstigere. Die Zahlen sind ein frei gewähltes Beispiel.

Fünf Warnsignale

  • „E-Mail-Adressen für Kaltakquise“ oder „ohne Opt-in“: In Österreich ist das kein Vorteil, sondern ein Risiko für Sie als Absender.
  • Keine Quellenangabe oder der Hinweis auf einen vollständigen Abzug des Firmenbuchs.
  • Kein Datum für den Datenstand.
  • Keine Musterdatei und keine Feldbeschreibung.
  • Kein Impressum und keine erreichbare Kontaktadresse des Anbieters.

Häufige Fragen

Darf ich gekaufte Firmenadressen in Österreich für E-Mail-Werbung nutzen?

Nicht ohne vorherige Einwilligung der Empfänger. § 174 Abs. 3 TKG 2021 verlangt sie für Werbe-E-Mails und SMS auch gegenüber Unternehmen. Eine Adressliste enthält keine Einwilligung. Nutzen Sie gekaufte Daten für Postaussendungen, CRM-Pflege und Marktanalysen.

Woran erkenne ich, ob eine Datenbank aktuell ist?

Fragen Sie nach dem Datenstand je Quelle und danach, wie geschlossene Unternehmen erkannt werden. Ein seriöser Anbieter nennt ein Datum und beschreibt, was „aktiv“ bedeutet. Die Aussage „täglich aktualisiert“ ohne Erklärung ist kein Qualitätsmerkmal.

Was kostet eine Firmenadresse in Österreich?

Das hängt von Auswahl, Feldern und Nutzungsrecht ab. Vergleichen Sie Angebote über den Preis je Datensatz, den Sie für Ihren Zweck tatsächlich nutzen können, und achten Sie darauf, ob Sie die Daten kaufen oder nur für eine einzelne Aussendung mieten.

Stand: 25.10.2026. Zahlen zu Gründungen und Schließungen: Statistik Austria, Statistik zur Unternehmensdemografie (Berichtsjahr 2024, Schließungen vorläufig). Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.